Zu Besuch bei Sterntaler e.V. –

Zu Besuch bei Sterntaler e.V. –

Zu Besuch bei Sterntaler e.V.

Auszug aus einer Mail

… mit großem Dank und Freude sende ich Ihnen meine Zeilen.

Ihre Unterstützung in Form Ihrer Spende bedeutet uns sehr viel, erfreut und unterstützt.

…und würde, wenn Sie mögen, Sie zur persönlichen Übergabe gerne zu uns in die Beratungsstelle Sterntaler einladen.

 

Im Kontakt und im Austausch entsteht etwas Berührendes

So herzlich, wie diese mail geschrieben ist, genauso ist auch die Begrüßung von Julia Sandau, als ich ihrer Einladung zu Sterntaler e.V. folge.

Julia hat eine sehr warmherzige und empathische Art, Menschen willkommen zu heißen. Auch gerade, wenn es um den ersten Kontakt mit Kindern geht, die zu ihr kommen. Denn Sterntaler bietet Trauerbegleitung für Kinder und Jugendliche, die aufgrund einer lebensverkürzenden Erkrankung oder einem Todesfall einer wichtigen Bezugsperson sowie im Trennungsfall der Eltern, einen Verlust zu bewältigen haben, erfahre ich von Julia.

Entstanden aus einer Idee ehrenamtlicher Menschen, die eine Trauerbegleiterausbildung gemacht haben und feststellten, dass es zwar Trauerbegleitungen für Erwachsene in Bielefeld gibt, jedoch kein Angebot für Kinder. Und aus diesem Wunsch heraus, ist Sterntaler 2005 entstanden.

Seit 2014 begleitet Julia die Kinder und Jugendlichen, die sich in dem Prozess des Abschiednehmens oder auch in der Trauer befinden. Der Kontakt entsteht entweder durch ebenfalls betroffene Menschen, die Sterntaler kennengelernt haben und weiterempfehlen oder auch durch Empfehlungen durch Pädagogische Einrichtungen wie Kindergärten oder Schulen, wenn diese erkennen, dass für Kinder eine Begleitung hilfreich wäre.

Auch mit Behörden, wie dem Jugendamt oder dem Sozial Psychiatrische Dienst und anderen Einrichtungen, ist Sterntaler gut vernetzt. Hierzu bietet Sterntaler auch Schulungen und Informationsabende an, um für das Thema zu sensibilisieren.

Diese Arbeit mit Trauer und der sensible Umgang mit diesem Thema, insbesondere der Kontakt zu den Kindern und Jugendlichen und deren Familien ist etwas sehr Sinnerfülltes. Und so ist auch für Julia diese Aufgabe sehr sinnhaft und sinnvoll und dafür ist sie sehr dankbar. In dem Kontakt und dem Austausch entsteht für sie etwas sehr Berührendes.

 

 

Gerade auch in der ersten Begegnung entsteht ein gewisser Zauber, erzählt mir Julia. Sie weiß um die Angespanntheit, die die Kinder oft mitbringen, weil sie noch nicht wissen, wer ihnen die Tür öffnet, was es bedeutet, dass es nun um sie geht, dass sie noch nicht wissen, was sie von ihrer Trauer zeigen möchten. Da braucht es Menschen, die mit viel Herz und Empathie neue Räume öffnen.

„Trauerarbeit bedeutet auch, eigene Wege zu finden mit der Trauer umzugehen. Sie manchmal auch erträglich zu gestalten und damit in die Annahme zu führen, dass sie somit auch ein Bestandteil des persönlichen Lebens wird.“

Julia hat Sozialpädagogik studiert, Umwelt- und Theater-Pädagogik, sie hat eine Systemische Coachingausbildung, greift auf Kompetenzen in der Personenzentrierten Beratung zurück, bietet Kinderspieltherapie und Mediation an. Eine bunte Vielfalt und Mischung, auf die Julia zurückgreifen kann.

 

„Gefühlstiere“ – Eine Spende mit Herz 

Finanziert wird diese wertvolle Arbeit 100% aus Spendengeldern – von Privatpersonen, von Stiftungen, Unternehmen oder gemeinnützigen Organisationen. Teils sind es Geld-, manchmal auch Sachspenden. Julia zeigt mir eine Holzkiste mit ganz besonderen Plüschtieren – den „Gefühlstieren“. So heißen diesen zauberhaften Wesen, die von einer Gruppe von an Krebs erkrankten Frauen genäht werden und als Spende kommen. Diese Gefühlstiere heißen nicht zufällig so. „Sie helfen uns dabei, mit den Kindern in Kontakt zu kommen. Ebenso helfen sie aber auch dabei, dass die Kinder mit ihren Gefühlen in Kontakt kommen“, sagt Julia und hält liebevoll eins dieser Tiere in der Hand. Auf ein Herz aus Papier kann dann von den Kindern das Gefühl geschrieben werden, das sie wahrnehmen und es in einer Brusttasche des Gefühlstieres bewahren. Dabei geht es auch um die Fragen: Wie geht es mir?, Welche Gefühle gibt es überhaupt? Denn auch beim Finden ihrer Antworten werden die Kinder begleitet. Jedes Kind darf sich ein Gefühlstier auswählen und mit nach Hause nehmen. Doch bevor sie mit nach Hause gehen, gibt es ein kleines Ritual.

„Und dann geht es in einer sehr zauberhaften Auswahl darum, das passende Gefühlstier zu finden und zu sagen `Ja, du bist es für mich.`“, beschreibt Julia den schönen Prozess, wie die Kinder und ihr Gefühlstier zusammenkommen.

 

Ein Ort, wo auch Erinnerungen geteilt werden

Neben den Einzelberatungen gibt es auch für die Familie ganz besondere Angebote. So sind zum Beispiel auch die bemalten Steelen im Garten entstanden, auf denen Erinnerungen an verstorbene Personen einen ganz persönlichen Ausdruck gefunden haben. Hierbei können gemeinsame Erinnerungen geteilt werden und vielleicht auch Trost und Zuversicht.

So entstehen immer wieder neue Ideen und Angebote für Familien und Angehörige, zu denen Sterntaler einlädt. Gerade ist ein weiteres Kunstprojekt gemeinsam mit einem Künstler geplant, wo im Anschluss daran, die kreativen Arbeiten in einer Ausstellung einen schönen Platz finden und mit Besuchern geteilt werden.

 

Eine Quelle der Kraft

„Sterntaler ist für mich ein Ankommen und ein Sein.“ sagt Julia und man spürt, dass sie diese Worte tief aus ihrem Herzen kommen und dann entsteht ein schönes Bild, das Julia beschreibt. „Es ist wie ein Schneckenhaus, das man sich ans Ohr hält und an dem man lauscht, das eigene Innere hört, damit Kontakt aufnimmt und in Resonanz geht. Trauer beinhaltet manchmal auch Rückzug und ein Besinnen auf das, was gerade im Inneren passiert. Und sich damit auch zu trauen, wieder in Kontakt zu kommen und sein zu dürfen.“

Das sind so schöne Worte, die für sich stehen.

Deshalb finden die enstandenen Fotos ebenso einen eigenen Raum.

Das Äffchen wir oft zur Begrüßung von den Kindern in den Arm genommen.

 

Ein Ritual, das gerne angenommen wird.

 

Trauerkerzen, die von den Kindern selbst gestaltet werden.

 

 

Die Gefühlstiere

 

 

Spendenkonto

Sterntaler e.V.

Sparkasse Bielefeld

IBAN  DE63 480 501 61 0000 117 200

BIC    SPBIDE3BXXX

 

Kontakt Sterntaler 

 

 

Ohne Pflaster in die Zukunft?

Ohne Pflaster in die Zukunft?

Ohne Pflaster in die Zukunft?

„Darüber möchte ich mir heute keine Gedanken machen.“

Das war die Antwort einer Frau, die seit 20 Jahren auf einer einsamen Insel in Norwegen lebt und dort eine Art Leuchtturmwärterin ist, auf die Frage, ob sie darüber nachdenkt, wenn sie irgendwann nicht mehr die vielen Treppen steigen kann.

Und ein weiterer Teil ihrer Antwort war: „Wenn ich nicht schon so lange hier leben würde und diese tägliche Bewegung hätte, dann wäre ich heute wahrscheinlich gar nicht so fit.“

 

Blauäugig oder einfach sehr weise?

Jetzt könnte man denken, dass das ziemlich blauäugig ist, nicht über die Zukunft nachzudenken.

Ich finde den Gedanken und ihre Einstellung auf eine gewisse Weise recht beruhigend. Denn es ist das, was der Buddhismus lehrt „Im Hier und Jetzt zu leben“. Und sich keine Gedanken über etwas zu machen, das eventuell in der Zukunft sein könnte. Aber eben auch nicht muss.

Das ist wie ein Pflaster auf die Haut zu kleben, wo noch gar keine Wunde ist. Nur schon mal vorbeugend. (ich muss mal schauen, in welchem Buch ich das gelesen habe. Fand ich ein schönes Bild).

Wir neigen manchmal dazu, uns Sorgen zu machen, über etwas, das vielleicht gar nicht passiert. Und dabei hat uns das Leben doch gelehrt, dass es oft anders kommt, als man denkt. Und schöne Pläne für die Zukunft, neu gedacht werden müssen. „Willst du Gott zum Lachen bringen, dann mache einen Plan.“ So oder ähnlich geht doch das Sprichwort.

Das heißt nicht, dass man keine Wünsche haben sollte und vielleicht auch Ziele. Und auch da gibt es so unterschiedliche Ansichten und vielleicht auch Weisheiten.

 

„Wer ohne Ziel durchs Leben geht, kommt nie irgendwo an???“

Im Gegenzug aber das Sprichwort „Der Weg ist das Ziel.“

Oder auch: Wer sich nicht entscheidet bleibt immer auf dem Flur stehen?

Was sind deine Erfahrungen?

Ich merke gerade immer mehr, dass das Leben nicht oder zumindest wenig planbar ist.

Darüber hatte ich mit Antje Kreinjobst auch ein schönes Gespräch in meinem Podcast.

Irgendwie ist es doch auch ein schöner Gedanke, sich einfach mal vom Leben überraschen zu lassen. Am besten positiv natürlich.

Ich kenne aber auch Zeiten, wo ich manifestiert habe und das auch sehr erfolgreich. Anderseits sind aber auch Dinge in mein Leben gekommen, die ich vorher nicht auf dem Schirm und in meinem Manifestationsbuch hatte. Und die waren sehr schön. So kam zum Beispiel mein damaliger Naturkosmetikladen zufällig zu mir und blieb auch über 12 Jahre an meiner Seite. Dass ich irgendwann mal in den Niederlanden leben wollte, war schon über viele Jahre ein Wunsch auf meiner Liste und dieser Wunsch hat sich auch erfüllt.

Vielleicht sind Wünsche die softere Form der Planung.

Ich denke zum Beispiel auch, wenn man zu sehr auf das Ziel seiner Manifestation fokussiert ist, sieht man vielleicht gar nicht mehr die Türen, die sich links und rechts öffnen. Wohingegen man beim Wünschen die kleinen Zeichen des Lebens erkennt.

 

Aber ist es nicht auch gut, Ziele zu haben?

Diese Frage geht mehr an mich selbst. Und ich würde sagen, dass Ziele und Pläne etwas anderes sind.

Ziele sind greifbarer und im Vergleich zu Plänen, realistischer erreichbar. Sie sind konkreter. Ein Ziel kann mir Orientierung geben und auf dem Weg zu diesem Ziel, darf mir das Leben gern ein paar Türen und Fenster öffnen und mich gern überraschen.

Übrigens heißt das nicht, dass die Leuchtturmwärterin keine Pläne hat. Sie baut ein Gästehaus , einen Konzertraum und ein Restaurant für Menschen, die zu Besuch auf die Insel kommen. Aber sie macht sich keine Sorgen über etwas, das die Zukunft bringen könnte. Ich glaube, das ist der eigentliche Unterschied. Träumen, Wünschen, Planen in Leichtigkeit und dabei gut verbunden sein und im Vertrauen.

Ich denke, die Kunst ist es, ein Ziel zu haben, dafür einen Plan zu haben, so flexibel zu bleiben, dass man auf Veränderungen reagieren kann, dabei trotzdem im Augenblick zu leben und jeden Tag das Schöne sehen und zuversichtlich bleiben.

Was meinst du? 

 

 

 

Geschenke vom Leben und warum mich Matthias Brandt inspiriert hat

Geschenke vom Leben und warum mich Matthias Brandt inspiriert hat

Geschenke vom Leben

Und wie mich Matthias Brandt inspiriert hat

Ich höre gerade die Stimme von Matthias Brandt im Radio, wo er aus seinem neuen Buch liest. Ich mag diese Stimme sehr. Sie hat so etwas Warmes, Sanftes und Unverwechselbares. Ist es nicht wunderbar, wie unterschiedlich Stimmen sind und wir sie jemanden zuordnen können. Wie sie uns in ihren Bann ziehen und mitnehmen können auf eine Reise.

Gerade bei Meditationen zeigt es sich oft, wie uns Stimmen berühren können und manchmal eben auch nicht. Wie schön ist es, dass wir so unterschiedlich sind und jeder von uns ganz unterschiedliche Geschenke vom Leben mitbekommen hat.

Bei einem ist es die Stimme, bei einem anderen das Talent zu schreiben, zu komponieren, zu texten oder auch zu malen. Und wie schön ist es, dass nicht jeder das gleiche Geschenk bekommen hat, sondern, dass wir auf unterschiedlichen Gebieten mal mehr und mal weniger talentiert sind. Das macht uns doch so einzigartig und individuell. Und wie schade ist es, dass wir diese Talente ersetzen lassen. Neulich hörte ich im Radio den Wetterbericht mit dem Zusatz, dass dieser mit Hilfe von KI erstellt und gesprochen wurde.

Ist es nicht auch eine Form von Wertschätzung, den Menschen, die mit einer schönen Stimme beschenkt sind, die Möglichkeit zu geben, dieses Talent einzusetzen, uns damit zu erfreuen und damit auch einen Gegenwert in Form von einem Einkommen zu erhalten? Das gleiche gilt für Bücher, Musik und Kunst in jeder Form. Wir laufen Gefahr, dass Kreativität und Talente beliebig werden. Aber wir können selbst etwas tun. Zum Beispiel Texte schreiben, selbst erdacht und mit den eigenen Worten formuliert. Selbst wenn jemand nicht mit dem Dichter-Gen geboren ist, werden die selbstgeschriebenen Texte gerade dadurch wieder lesbarer und interessanter, weil der Mensch dahinter erkennbar ist.

Vielleicht werden auch weniger Texte, Bücher, Bilder, Fotos in die Welt gebracht, aber damit auch weniger an Overflow. Wir überschwemmen uns mit Informationen, weil einfach alles ganz leicht und jederzeit machbar ist. Wieviele Anleitungen und Tipps sind wirklich nötig und wieviel Freude verschwindet aus unserem Leben, weil wir uns gar nicht mehr die Mühe machen und nicht mehr die Zeit nehmen, um selbst auf Entdeckungsreise zu gehen. Dinge selbst herausfinden durch Ausprobieren und Nachdenken mit Fehlermachen und daraus lernen.

Es gibt auch kaum noch Überraschungen und zauberhafte Geheimnisse. Alles wird irgendwo erklärt und es gibt Anleitungen und Geheimtipps, die längst schon keine mehr sind. Es ist beinahe so, als wenn man jeden Zaubertrick verrät. Damit nehmen wir uns doch auch ein riesiges Geschenk – das Geschenk, der Illusion, der Überraschung und der Magie.

Lasst uns doch noch einen kleinen Zauber bewahren, die Talente nutzen, die uns geschenkt wurden und auch die Talente der anderen WERTschätzen und Neues lernen durch Zeitnehmen für echte Entdeckungen und was uns das Leben lehrt.

 

 

 

 

Bahn 8 übernehme ich! oder Warum das Leben die schönsten Geschichten schreibt

Bahn 8 übernehme ich! oder Warum das Leben die schönsten Geschichten schreibt

Bahn 8 übernehme ich!

oder

Warum das Leben die schönsten Geschichten schreibt.

Montagmorgen, 6 Uhr. Das Thermometer zeigt 20 Grad. Mein erster Termin heute ist erst 9:45 .

Also habe ich noch entspannt Zeit, ein paar Bahnen zu schwimmen.

Entspannt ist in diesem Fall das Wort, das Fragen aufwirft. Wo besteht am ehesten die Chance, mich möglichst schwimmend im Wasser bewegen zu können.

Das Freibad im Centrum der Stadt schreibe ich schon mal ab. Keine Chance.

Ich denke an das Bad, in dem ich früher schwimmen war, in meinem damaligen Wohnort vor 20 Jahren. Es liegt sowieso auf der Strecke zu meinem Termin und ich erinnere mich, dass ich dort morgens mit einigen anderen Schwimmern immer eine freie Bahn hatte. Damals noch eine 50 Meterbahn. Lang ist es her und ein Traum jedes Schwimmers. Vor ein paar Jahren wurde sie schon auf 25 Meter verkürzt. Egal. Hauptsache Wasser und Platz.

Als ich auf den Parkplatz fuhr, schwante mir Schlimmes. Und so auch der Blick ins Becken. Aber immerhin waren noch ein paar Lücken zu entdecken. Und so stehe ich, Ausschau haltend am Beckenrad, um mich zu orientieren und um eine Bahn zu finden, die ich mir mit jemanden teilen kann, ohne dass wir uns auf irgendeine Weise stören.

Neben mir am Beckenrand steht eine junge Frau um die 30 und sagt aus dem Nichts: „Bahn 8 übernehme ich.“ Ich schau sie verdutzt an und sage nur: „Ja.“ Mehr gab es in dem Moment ja auch nicht zu sagen. Doch sie war noch nicht fertig. „Und die 8,5 ist auch schon belegt.“ Ich schau sie schweigend an und überlege noch, dass ich Bahnen noch nie in Halber-Schritte eingeteilt habe. Egal. Macht ja auch nicht so viel Sinn im Moment, weil das Becken sowieso voll ist.

Ich lasse mich ins Wasser gleiten und kraule los. Ziemlich geradeaus sogar, denn die anderen Schwimmer halten ihre Bahn. Ich halte den Kopf unter Wasser und den Blick nach vorn, um anderen ausweichen zu können. Gerade mache ich den ersten Zug meiner nächsten Bahn, da höre ich die Frau hinter mir am Beckenrand zu ihrem Mann sagen: … und die Tussi neben dir ..,. In dem Moment drehe ich mich um und schaue sie fragend an. Und mein fragender Ausdruck ist nicht gespielt, denn ich bin verdutzt. Zum zweiten Mal an diesem Morgen. Ich schau sie an und ihr Mann antwortet beschwichtigend: „Sie meint nicht sie. Sie meint die Frau neben ihnen.“ Ich schaue mich um und sehe keine andere Frau. Ich schaue wieder zu ihr und lächele. Keine Ahnung warum. Aber irgendwie finde ich die Situation sehr amüsant.

Ich denke noch, komisch, nur weil ich eine Schwimmbrille aufhabe, heißt das ja nicht, dass ich nichts höre. Seltsame Logik. Ich schwimme unbehelligt weiter und auch die anderen Leute fühlen sich durch meine Anwesenheit nicht gestört. Zwischendrin denke ich noch darüber nach, weshalb ich eine Tussi bin. Hätte mich ja doch interessiert. Aber auch nicht so sehr, dass ich dafür meine freie Bahn geopfert hätte. Ich weiß noch nicht mal auf welcher Bahn ich geschwommen bin, falls ich jemanden hätte sagen wollen: „Bahn ? übernehme ich!“

 

Warum ich alles so gelassen sehen konnte? Keine Ahnung. Vielleicht wirkte noch der Weihrauch aus dem Dom, in dem ich am Vortag zur Bischofeinweihung war, noch nach. Auf jeden Fall dachte ich, tut es gut, das Leben manchmal einfach mit Humor zu sehen und bestimmte Kommentare von Mitmenschen einfach auch.

 

 

 

 

Warum ich Texte ohne KI schreibe

Warum ich Texte ohne KI schreibe

Ich schreibe Texte ohne KI

Ganz einfach, weil mir Kreativität wichtig ist. Weil ich diesen Prozess liebe, bei dem plötzlich aus Gedanken Worte und Geschichten entstehen. Für mich hat es beinahe etwas Magisches.

Sobald ich mich an den Rechner setze, vor mir das weiße „Blatt“, geht es direkt los. Als ob die Worte nur darauf gewartet hätten, endlich frei gelassen zu werden. Ähnlich ist es auch, wenn ich fotografisch Geschichten abbilde. Die Emotionen des Moments sind entscheidend für das Foto, das entstehen möchte.

 

 

Vielleicht ist es vergleichbar mit einem Komponisten, bei dem die Noten sich auf dem Papier zu einer Melodie formen, wie bei einem Maler, bei dem die Farben auf dem Bild zu leben beginnen. Ich habe mal von verschiedenen Schriftstellern gelesen, dass ihre Romanfiguren an einer Stelle des Buches plötzlich anfangen, ein Eigenleben zu entwickeln und die Geschichte eine neue Wendung bekommt.

So etwas kann KI nicht ersetzen

 So etwas kann KI nicht ersetzen.

Stattdessen besteht die Gefahr, dass die KI dazu führen kann, dass Kreativität in den Strudel der Beliebigkeit abdriftet. Um so besser ist es, dass es Menschen gibt, die das Echte schätzen. Denen Emotionen wichtig sind und die die kreative Schaffensphase und das Eintauchen in den Zustand des Flows lieben.

Ich habe keine Angst vor KI. Sie kann an einigen Stellen sogar nützlich sein und sie kann sicher auch das Leben erleichtern. Wichtig ist zu schauen, wofür man die Erleichterung nutzen möchte. Ich möchte zum Beispiel weiterhin sehr gern selbst kreativ sein. Mich von Texten und Bildern berühren lassen. Ich möchte wissen, welcher Mensch das Buch geschrieben hat, das ich gerade lese und damit in Verbindung gehen.

Es gibt Menschen, die Drehbücher sogar mit der Hand schreiben.

 

Kreativität neu gedacht

Kürzlich hörte ich im Radio von „Dogma“. Das ist die Idee einer kreativen Gegenbewegung zum Mainstream-Kino. Fünf Filmschaffende aus Deutschland haben sich an einer Idee aus Dänemark orientiert, die vor 31 Jahren dort entstand und diese zum Vorbild für ihr Projekt gewählt. Dabei haben sie sich auf 10 Produktionsregeln geeinigt, zu denen unter anderem gehört, dass das Drehbuch per Hand geschrieben ist, dass an Originalschauplätzen ohne künstliches Licht gedreht wird, ohne Maske (worüber man aus meiner Sicht noch mal nachdenken könnte, weil es bei der Maske nicht nur um das Schminken geht 😊) und das Casting der  Schauspieler*innen muss live erfolgen, also nicht per Internet sondern mit echten Treffen.

Ziel ist es unter anderem, die künstlerische Freiheit zu bewahren, es geht um authentisches Filmemachen und auch um künstliche Verlangsamung. Diesen Gedanken mag ich zum Beispiel sehr, weil ich mir vorstellen kann, dass durch das Schreiben per Hand eine noch innigere Verbindung mit dem Geschriebenen und dem Inhalt dessen entsteht.

Vielleicht ist es gut, dass es beide Seiten gibt. Das Echte und die künstliche Intelligenz. Denn durch sie können Bilder entstehen, die in der Phantasie eines Menschen geboren sind und durch KI „Wirklichkeit“ werden. Die Dosis macht das Gift. Oder netter gesagt, die Kunst ist es, das richtige Maß zu finden. Und das entscheidet jeder allein für sich.