Die Farbwelten von Ricarda Enderweit

Die Farbwelten von Ricarda Enderweit

Farbwelten – Zu Besuch bei Ricarda Enderweit

Ricarda erzählt mit ihrem Schmuck Geschichten.

Spannende und sehr schöne Geschichten, die von der Natur inspiriert sind.

Heute bin ich zu Besuch bei Ricarda. In ihrer Wohnung und in ihrer Werkstatt war ich schon einige Male zu Gast und jedes Mal fühle ich mich direkt wohl und irgendwie geerdet. Auf dem Holztisch steht duftendender Tee, dessen goldene Farbe in der gläsernen Kanne leuchtet. Um Düfte, Farben und Formen geht es viel in Ricarda´s Leben und ihrer Arbeit. Und darauf bin ich ganz besonders neugierig.

Was mir auch bei diesem Besuch in ihrer Werkstatt auffällt, sind die vielen Schubladen gefüllt mit Natur-Materialien. Steinen, Muscheln und Federn und immer wieder Fotos von der Natur und vor allem Wäldern. Dazwischen liegen, fast wie zufällig drapiert, Schmuckstücke, die ganz offensichtlich durch die Natur inspiriert sind.

Als wir gemütlich zusammensitzen und unseren warmen Tee genießen erzählt mir Ricarda, wie sie ihre Ideen entwickelt. Mit ganz viel Respekt spricht sie von ihrer Inspirationsquelle, der Natur. „In jeder Form steckt eine Geschichte. Und diese Form ist entstanden durch die Natur. So gibt es zum Beispiel unzählige Calendula´s und erst beim „Abgießen“ sieht man, wie einzigartig jede einzelne Blume ist.“, erzählt Ricarda beinahe andächtig.

Ricarda hat eine natürliche Ausstrahlung. Die leichtgewellten braunen Haare zähmt sie unter einer senffarbenen Strickmütze, unter der sich doch immer wieder eine Locke hervorschiebt.

Ricarda ist eine sehr feinsinnige Frau. Sie geht auf die Suche nach sinnhaften Zusammenhängen und erkennt diese in der Natur und hat die Gabe aus Geschichten von Menschen ganz einzigartige Schmuckstücke zu gestalten.

Ihre Sinne sind so fein und so stark ausgeprägt, dass sie Dinge und Ereignisse mit Farben und Düften verbindet.

So erzählt sie mir auch von der Zeit ihres Studiums zur Schmuckdesignerin. Dort liebte sie vor allem den Schmiede-Raum. Sie kommt ins Schwärmen, als sie mir von dem Geruch von Funken auf Lederschürzen erzählt. Dieser Duft und die Funken haben etwas Erdiges. Die Schmiede-Leute sind für sie bodenständig, geradeheraus, unkompliziert und echt. Wahrscheinlich, weil sie dem Bild von Ehrlichkeit entsprechen. Ein Wert, der für Ricarda sehr wichtig ist. Ebenso wie die Dankbarkeit. Ich frage sie, wofür sie dankbar ist. „Ich bin dankbar für jedes Lebewesen. Für meinen Hund, Less, mit dem ich lange Spaziergänge in der Natur machen kann. Ich bin dankbar, wenn ich frisch gebackenes Brot esse und der Duft den Raum erfüllt. Ich liebe das Geräusch des Mahlens von Getreide. Das macht mich wach.“ Ricarda überlegt kurz, als ich sie frage, ob sie Farben mit Düften verbindet. „Düfte sind wichtig“, sagt sie. „Ich nehme Düfte sehr sensibel wahr, ebenso wie Formen. „Und ich entdecke in jeder Form etwas Schönes.“

Gerade arbeitet sie an einem Auftrag für eine Kundin. Hierfür schnitzt sie aus Holz ein Seepferdchen. Bei der Recherche im Internet hat sie gesehen, dass man Säckeweise Seepferdchen kaufen kann. „Das hat mich total traurig gemacht“, sagt sie. „Jedes Lebewesen hat ja nur ein Leben und jedes Lebewesen hat Achtung verdient.“

Ihre Kraft holt sich Ricarda bei Spaziergängen in der Natur. Ebenso wie ihre Inspirationen für ihre Schmuckstücke. „Immer, wenn ich durch den Wald gehe, sehe ich Geschichten, die ich in Schmuck umsetze.“

Auch Farben spielen eine große Rolle für Ricarda. „Farben sind wichtig, weil ich merke, dass sie sich je nach Lebenssituation verändern. Zurzeit ist es zum Beispiel Rosa“, sagt sie und lacht. „Rosa verbinde ich mit Leichtigkeit und Lebensfreude.“

Ich bin sehr gespannt, welche Farben sich noch bei Ricarda zeigen, als wir uns vor den Spiegel setzen. Hierbei geht es nicht nur darum, welche Farben die Eigenfarben unterstützen, sondern vor allem, welche Gedanken und Gefühle sich beim Sehen und Fühlen der Farben zeigen.

Farben können für jeden Menschen etwas anderes bedeuten. Deshalb bin ich gespannt, was sich bei Ricarda zeigt, als wir mit dem Auflegen der Farben beginnen.

Die folgenden Assoziationen sind ganz individuell und spiegeln die Bedeutung für Ricarda wider. Sie können bei einem anderen Menschen ganz andere Bilder hervorrufen. Und das finde ich so spannend.

 

BRAUN – „Ein wohliges Gefühl, es erdet mich und duftet so schön“

SENFGELB – „Duftet nach Curry“ (sie lacht) „Ich esse so gern. Und es erinnert mich an Honig und damit an Bienen. Sie sind so wichtig.“

TANNENGRÜN – „Der Duft von Harz und das Fühlen von Rinde. Manche Rinden sind glatt andere haben Einkerbungen wie Sterne. Die Farbe bedeutet für mich Stille, Ruhe, Tiefe, Eins-sein.“

CARAMEL – „Das Toping eines Latte Macchiatos.“, Süße

ROSA – „Veränderung“

BRAUN/GRÜN – „Changierend – Verspieltheit – Das Leben ist so unterschiedlich“

ORANGE – „Sonnig“

APRICOT – „Ein japanisches Seidenkleid“

CREME – „Kuschelig, so schön wie Schafe“

MAGENTA – „Anstrengend“

ROT – „Rubin und Energie“

KUPFER – „Rost als Material“

GOLD – „Sonnenschein, Kraft, Energie, Reichtum, Schmuck

 

Es ist spannend zu sehen, welche Wirkung, Emotion und Reaktion jede der ausgewählten Farben bei Ricarda auslösen. Und Ricarda trägt in ihrer heutigen Lebensphase auch die Farben, die mit ihren Eigenfarben korrespondieren, den warmen Farben des Herbstes, mit denen sie sich auch wohl fühlt. Zwei Farben kommen noch dazu, die aus einem anderen Farbthema kommen. Die jedoch etwas in Ricardas Leben widerspiegeln. Rosa, verbindet Ricarda mit Leichtigkeit und Veränderung und Smaragdgrün steht für sie für Klarheit.

Wann welche Farbe in ihrer Kleidung auftaucht wird Ricarda wahrscheinlich intuitiv entscheiden oder vielleicht auch bewusst, auf die jeweilige Situation abgestimmt. 

Und auch in Ricardas Lebensumfeld finden sich die Farben, mit denen sie sich wohlfühlt. So finden sich in ihrer schönen Altbauwohnung viele verschiedene Holzarten. Der Holzboden empfängt dich mit einem gemütlichen Knarren der Holzdielen und in ihrer Werkstatt sind ihre Schätze in den Schubladen der alten Kommoden aufbewahrt. Auch der Tee wird in einer Tasse mit Natur-Motiven aus den 50er Jahren serviert. Ricarda ist umgeben von den Farben, mit denen sie sich wohlfühlt – warm und natürlich. So wie es zu Ricarda´s Leben passt.

 

 

Zum Abschied habe ich noch drei Fragen, die ich jedem meiner Gastgeber stelle.

 

1. Was wünschst du dir für die Welt?

Ricarda:    Ausgeglichenheit

2. Mit welcher Farbe verbindest du es?

Ricarda:    Mit Grün

3. Was ist dein Beitrag hierfür?

Ricarda:    Ich arbeite an mir, um dadurch selbst ausgeglichener zu werden.

Bei meiner Arbeit verwende ich Metalle, die fast alle recycelt sind.

Ich bin dankbar für Essen und schmeiße so gut wie gar nichts weg.

Ich habe den Wunsch, noch mehr für die Umwelt zu tun, denn ich bin auch dankbar dafür, hier leben zu können und ich bin dankbar für den Wald, so nah vor meiner Tür.

 

Und ich danke Ricarda für diese wärmende Reise in ihre Welt und ihr Vertrauen. Und ich wünsche ihr noch viele inspirierende Spaziergänge in der Natur und freue mich auf die wunderschönen Geschichten, die sie erzählt.

 

Einfach mal glücklich sein

Einfach mal glücklich sein

Einfach mal glücklich sein

„Hello …..“ Schon die Begrüßung am Telefonat lässt mich schmunzeln. Bini ist ein echter Sonnenschein.

Egal zu welcher Tageszeit man sie erreicht, immer geht eine gute Stimmung von ihr aus. Und bei Bini gibt es keinen Stillstand. Sie sprudelt vor Ideen und Kreativität. Aber auf eine angenehme Weise, die einen sofort mitnimmt.

In ihrem Atelier sitzen wir an der langen Tafel, die Mittelpunkt und gleichzeitig Ideen-Schmiede für die verschiedenen Bereiche von Sabine Lakämper ist. Dieser lange Holztisch verbindet Kreativität, Genuss und Geselligkeit. Denn er grenzt unmittelbar an die einladende Küche und an das Künstler-Atelier. In der Eingangshalle finden sich Werke von unterschiedlichen Künstlern, die in der kleinen Galerie den Raum für ihre Ausstellung finden. Zu ihnen zählen auch Nachwuchskünstler, für die dieses Konzept mitentwickelt wurde.

Ihr Hund Rübe ist immer mit dabei. Auch so eine positive und kommunikative Natur. Wenn man sagt, dass sich Hundebesitzer und Tier ähneln, dann sind die beiden das beste Beispiel dafür.

Wundervolle Projekte

Rübe ist nicht nur treuer Begleiter, sondern auch bei einigen Sozialen Projekten von Sabine der „Eisbrecher“. Selbst Kinder, die bisher wenig Berührung mit Hunden hatten, fallen Rübe am Ende desTages liebevoll um den flauschigen Hals.

Auf meine Frage, was sie inspiriert, antwortet Sabine. „Was mich inspiriert und antreibt, das ist meine Kreativität. Sie muss einfach nach draußen. Und die möchte ich mit vielen Menschen teilen. Was ich großartig finde ist, wenn ich damit anderen Menschen neue Möglichkeiten bieten kann.“

Sabine ist jemand, die Dinge ganz uneigennützig tut. Einfach, weil sie es sinnvoll findet und ohne an den finanziellen Gewinn oder die gesellschaftliche Anerkennung zu denken. Sie tut einfach, was sie für richtig und wichtig hält. Einfach so.

Und was sie tut, sind ganz großartige und im wahrsten Sinne wundervolle Projekte.

In Kooperation mit der Hellingskampschule und in Zusammenarbeit mit einem ihrer Lehrer, Nils Bensch, starteten sie 2013 ein Projekt „Einfach mal glücklich sein“. Geflüchtete Kinder können hier für einige Stunden einfach mal wieder Kind sein und eine farbenfrohe Welt gestalten. Sie können miteinander spielen und mit Rübe herumtoben.

Kinder kennen keine nationalen Grenzen

Ganz spielerisch lernen sie durch das Gestalten von Buchstabenkarten das Alphabet und bekommen so einen Zugang zur neuen Sprache. „Kinder kennen keine nationalen Grenzen.“, sagt Sabine. „Kinder aus unterschiedlichen Nationen haben hier den Raum, um frei und ohne Vorbehalte aufeinander zu zugehen.“ Sie sind so ein Beispiel für Unvoreingenommenheit und Offenheit für uns alle.

Und es gibt noch ein weiteres eindrucksvolles Projekt. Die Mütter begleiten ihre Kinder nicht nur während dieser Zeit im Atelier, sie kochen, während ihre Kinder spielen, landestypische Speisen ihres Ursprungslandes. So kommen sich auch die Mütter der unterschiedlichen Nationen näher und lernen sich auf diese Weise besser kennen.

Für dieses Projekt war Sabine 2015 für den „Bielefeld-Preis“ nominiert.

Diese Projekte sind für Sabine Herzensprojekte. Sie finanziert sie hauptsächlich über Spenden. Einige Projekte werden durch Zuschüsse vom Land unterstützt. Aber diese Fördergelder sind begrenzt. Und so finanziert sie diese auch aus der eigenen Tasche. Weil sie findet, dass sie weiter stattfinden sollen.

Aber nicht nur die Kreativität lässt sie diese Projekte realisieren. Vor allem ihre Herzlichkeit, Offenheit und Empathie schafft es, dass sich Menschen in ihrer Nähe wohl fühlen.

Beim Kochen und Malen kommt man sich näher

Sabine ist ein Familienmensch. Sie erzählt: „Ich bin in einer Großfamilie aufgewachsen. Ich habe noch 4 Geschwister. Tanten, Onkel, Cousins und Cousinen – mit allen haben wir Haus an Haus gewohnt. Familie ist für uns alle sehr wichtig. Bei uns war immer was los. Und so ist es auch bis heute geblieben. Wir treffen uns regelmäßig. Wir feiern gemeinsam oder unterstützen uns, wo wir können.“

Schon alleine deshalb, stehen in Sabines Atelier ein großer einladender Tisch und eine voll ausgestattete Küche. Kochen ist eine weitere Leidenschaft.

So gibt es zu den künstlerischen Events auch den kulinarischen Rahmen. Gemeinsames Kochen verbindet. Und so nutzen auch viele Gruppen und Firmen den Freiraum für gemeinsame Koch- und Malevents. „Das macht nicht nur unglaublich viel Spaß“,sagt Sabine, „ es stärkt auch das Gemeinschaftsgefühl. Beim Kochen und Malen kommt man sich näher, tauscht sich aus und lernt den anderen besser kennen.“

2006 bezog sie mit zwei anderen Künstlern die Räume in der Herforder Straße. Die ersten Malkurse fanden statt und es ergab sich, dass in dem gleichen Gebäude größere Räumlichkeiten frei wurden. Sie gründete das Atelier „Freiraum 237“. Ein freier Raum, in dem sie alle ihre Ideen und Projekte verwirklichen kann.

Und auch andere kreative Aktionen sind möglich. So können zum Beispiel Firmen und Gruppen das Atelier für „Action-Painting-Angebote“ nutzen. Gehüllt in weiße Schutzanzüge, bleibt das Outfit sauber, die Teilnehmer können sich kreativ komplett entfalten und ein gemeinsames Kunstwerk erschaffen. Nebenbei sind sie am Ende des Tages auch ihre Leinwand für ihre eigenen kreativen Ergebnisse.

„Durch meine unterschiedlichen Projekte kann ich viele Menschen erreichen.“ So kann ich anderen Menschen Möglichkeiten eröffnen oder sie auf neue Ideen bringen. So erfährt ein Geschäftsführer während eines Koch-Events ganz nebenbei von Projekten für Kinder und unterstützt vielleicht schon eines dieser Projekte.“

Hier geht es zum „Freiraum 237“

Einfach mal glücklich sein. Eigentlich ganz einfach, oder?

„Tragbar“ – zu Besuch bei Katrin Stallmann

„Tragbar“ – zu Besuch bei Katrin Stallmann

„tragbar“ – zu Besuch bei Katrin Stallmann

Der Laden von Katrin Stallmann ist so wie Katrin selbst – freundlich, unaufgeregt und unglaublich sympathisch. Beim Betreten des charmanten kleinen Ladens fühlt man sich direkt Willkommen. An den Wänden reihen sich auf handgefertigten Kleiderstangen die besonderen Kreationen von Katrin. Die Individualität, Kreativität und Nachhaltigkeit wird hier im besten Sinne gelebt. Denn aus Kleidung, die schon einmal als solche im Umlauf war, entstehen unter Katrins kreativen Händen ganz neue individuelle Kleidungsstücke.

Warum upcycling trendy ist

So gehen eine Herrenhose und ein Pullover nach ihrer Reinigung eine androgyne Symbiose ein. Aus Pullovern entstehen Leggins, die wiederum mit Ponchos aus früheren Hemden kombiniert werden. Ein besonderes Accessoire wird in der kleinen Werkstatt aus alten Krawatten zusammengefügt. Alles ist irgendwie miteinander kombinierbar.

Es macht unglaublich viel Spaß, die verschiedenen Möglichkeiten der Outfits zu probieren und zu entdecken, welchen Ursprung das neue Teil hatte. Ich habe ein Lieblingsteil für heute gefunden und es ist klar – ich komme wieder. Das kleine Glöckchen über der Tür erinnert mich an eine kleine Botschaft, die ich mal irgendwo gesehen habe „Nicht vergessen – Lächeln“ – diese Erinnerung braucht es in diesem Fall gar nicht. Denn das Lächeln ist schon da und das schon seit Betreten des Ladens.

In der Werkstatt arbeitet Katrin an einem Jeanskleid, das sie aus Secondhand-Jeans zugeschnitten hat. Der Schnitt ist bequem und lässig und immer mit einem besonderen Details.

Ihrer Kreativität sind keine Grenzen gesetzt

Katrin findet ihre Ausgangs-Materialien in Secondhand-Läden oder Recyclingbörsen. Meist geht sie ganz gezielt auf die Suche nach ihnen, denn oft hat sie das neue Kleidungsstück, das hieraus entstehen soll, schon im Kopf. Aber sie lässt sich auch durch einige Stücke ganz neu inspirieren.

„Manchmal halte ich ein Teil in der Hand und drehe und wende es, manchmal auch auf der Schneiderpuppe, und dann kommt mir eine Idee, was man damit machen kann. Oder ich finde ein Kleidungsstück eigentlich super, so wie es ist, aber es braucht ein kleines Update um wieder lässig und stylisch auszusehen. Aber auch aktuelle Trends fließen mit in meine Designs ein. Manchmal gefällt mir auch nur der Stoff bzw das Material, dann ich nehme ich die Kleidungsstücke auseinander und schneide ganz neue Teile daraus zu“.

Aus alten Herrenhemden können so sportliche Röcke oder auch Blusen entstehen. Ihrer Kreativität sind keine Grenzen gesetzt.

Bei Katrin fühlt man sich einfach wohl. Egal ob man als Freund, Stammkunde oder das erste mal zu Katrin kommt. Auf der Bank vor dem kleinen Laden trifft man sich auf ein nettes Gespräch oder einfach nur so und meist gibt es von Katrin auch noch einen leckeren Kaffee.

Hier kommst du zu Katrins Laden https://www.ks-tragbar.de/

Kennst du Läden mit nachhaltigen Ideen? Schreibe sie mir gern.

Sei herzlich gegrüßt

Ewa

Das Leben wird schöner und schöner

Das Leben wird schöner und schöner

Das Leben wird schöner und schöner

Das Leben wird schöner und schöner

„Dieser Text war auf eine Bielefelder Hauswand gesprayt“, erinnert sich Katrin. Und wurde zu ihrem Lebensmotto. Mit ihrer positiven Einstellung zum Leben, den Menschen und der Umwelt gegenüber, macht auch sie das Leben für sich und andere immer schöner.

Katrin ist Designerin und hat mir ihrem Label „tragbar“ ein Upcycling-Modelabel entwickelt, das für Nachhaltigkeit, Ressourcenschonung und hochwertiges Design steht. „Für mich ist der Respekt gegenüber Mensch und Natur ein sehr wichtiger Bestandteil meines Lebens und hierzu zählt auch Offenheit gegenüber Neuem.“ „Und auch ich als Frau möchte respektvoll behandelt werden und mich nicht in meiner Freiheit einschränken lassen.“ Freiheit und Unabhängigkeit, an sich und an ihre Ideen zu glauben und ihren Idealen treu zu bleiben, allen Schwierigkeiten zu trotzen und ihrem eigenen Weg zu folgen, dafür steht Katrin und ihre Mode.

Wenn man was tut, tut sich auch was

Duftend steht der Kaffee auf dem Küchentisch in Katrins gemütlicher Küche. Im Regal fällt mir eine Karte auf. – Wenn man was tut, tut sich auch was – Eine Einstellung, die Katrin seit einigen Jahren begleitet und die für sie in gewisser Weise Antrieb und Bestätigung gleichzeitig ist. Viel Ruhe und Entspanntheit geht von Katrin aus. Auch als sie über die Stationen ihres Lebens erzählt. In denen auch Situationen waren, wo die Entspanntheit auf eine harte Probe gestellt wurde. Ihr Studium für Modedesign führte sie nach London. Wo sie 4 Jahre studierte und lebte. Das kleine WG-Zimmer im Londoner Nord-Osten (Clapton) war für diese Zeit ihr neues Zuhause. In dieser pulsierenden und inspirierenden Stadt entstanden Katrins erste Entwürfe. Aber London ist nicht nur eine lebendige, sondern auch eine teure Stadt zum Leben. Und das Leben muss man sich leisten können. Auf Dauer wurde das kleine Zimmer zu eng und so ging Katrin nach ihrem Studium zurück nach Deutschland.

„London ist eine aufregende Stadt und es war eine sehr spannende Zeit“, sagt Katrin. „Aber es war schön, wieder nach Hause zu kommen und Freunde und Familie wieder zu sehen“. „Was ich an Bielefeld schätze“, sagt sie, „ist, dass wann immer man rausgeht, Freunde und Bekannte treffen kann, ohne sich dafür verabreden zu müssen.“

„Die Handwerkskammer hat meinen Abschluss nicht anerkannt“

Und doch ging Katrin ein weiteres mal auf Reisen. Der Weg führte sie nach Paris – Der Stadt der Mode. Katrin schmunzelt. Obwohl ihr damals nicht immer zum Lachen war. „Manchmal wusste ich morgens nicht, wo ich abends schlafe:“ Denn die Suche nach einem Zimmer war schwieriger als gedacht. „Als ich ein Dachbodenzimmer in der 7. Etage ohne Fahrstuhl und mit kleiner Dachluke gefunden hatte und ich zu dem Makler sagte: Das nehm ich“ bekam ich die Antwort.“ -Die Vermieterin vermietet nicht an Deutsche-. Katrin erzählt auch das mit einer ihr eigenen Ruhe und leichtem Lächeln. Wahrscheinlich ist es diese Stärke, mit der sie sich nicht aus der Bahn werfen lässt, sondern nach neuen Wegen sucht.

Zurück in Deutschland, gestaltete sich die Suche nach einem Job als nicht so leicht. Einigen Firmen war der Abschluss aus London zu „abgedreht“ und die Handwerkskammer hat den Abschluss für eine Selbständigkeit mit Maßanfertigung nicht anerkannt. So folgte ein Studium und der Abschluss in Modedesign in Bielefeld. Mit diesem Abschluss eröffneten sich neue Möglichkeiten und Wege. Einer führte nach Berlin. Dieser Schritt war richtungsweisend für das, wofür Katrin heute mit ihrem Label „tragbar“ steht. Das lag weniger an Berlin sondern mehr an einem Schlüsselmoment während ihres dortigen Jobs.

„Warum ich mich für Upcycling entschieden habe?“

„Warum ich mich für Upcycling entschieden habe? Weil es für mich eine einfache Möglichkeit ist, respektvoll und ressourcenschonend mit Kleidung umzugehen.“

In Berlin hat Katrin bei einer großen Modekette im Bereich Visuelles Marketing gearbeitet. „Es war eine tolle Aufgabe und ich habe viel daraus gelernt. Bis ich mir eines Tages bewusst darüber wurde, welche Massen an Kleidung täglich in den Filialen rein und raus gingen und wie mit dieser Kleidung umgegangen wurde. Da stand fest, ich will was verändern“, sagt sie überzeugend.

„Für mich selbst habe ich schon immer auch Second Hand Kleidung gekauft und mit anderen Teilen kombiniert. Da ich so groß bin, passten diese nicht immer. Und so musste ich sie für mich teilweise ändern. Raus gekommen sind hier dann schon zum Teil ganz neue Kleidungsstücke – meine ersten Upcycling-Teile.“ „Warum sollte nur ich Interesse an Upcycling Mode haben?“, war eine Frage, die sie sich stellte. Sie begann mit der Entwicklung eines eigenen Modelabels. Und „tragbar“ war geboren. Noch während ihrer Tätigkeit als technische Lehrerin an einem Berufskolleg für Bekleidungstechnik, eröffnete Katrin 2011 ihren Laden „tragbar“. 2014 wagte sie dann den Schritt in die Selbständigkeit. Sie ließ den sicheren Job hinter sich, um sich ihrer Vision 100% widmen zu können. Nach und nach wuchs ihre Fangemeinde. Frauen und Männer, denen ein individueller Stil und ein nachhaltiger Umgang mit Kleidung wichtig sind.

Katrins Mode ist zeitlos und individuell

„Dieser Stil erfordert ein gewisses Standing“, sagt Katrin. „Der Kleidungsstil ist aber nicht nur modisches Standing, sondern ist auch eine persönliche Einstellung zum fairen Umgang mit dem Wert der Kleidung.“ „Upcycling“, sagt Katrin, „ist für mich eine Möglichkeit, ressourcenschonend und respektvoll mit Kleidung umzugehen.“ Material, Arbeitskraft und Zeit, die in die Produktion des ursprünglichen Kleidungsstückes gesteckt wurden, werden geschätzt und finden einen neuen Weg zurück ins Leben.

„Upcycling-Mode“, sagt Katrin, „ist zurzeit noch ein Nischenprodukt.“ „Gleichzeitig bietet es aber auch die Möglichkeit, sich von anderen Modelinien zu unterscheiden und es bekommt hierdurch auch eine höhere Aufmerksamkeit.“ Und Aufmerksamkeit haben solche Projekte, wie das von Katrin auch verdient. Wenn wir wollen, dass wir und auch die Generationen nach uns noch die Natur und Umwelt genießen können, ist es wichtig, dass solche Menschen wie Katrin, ihre Ideen weiterhin umsetzen können.

Zeit, Kreativität und Arbeitskraft ist es, was Katrin intensiv in das Entwerfen und Fertigen ihrer Kleidung investiert. „Da die Kleidungsstücke so individuell sind,“ sagt Katrin, „können diese nur schlecht in Serie produziert oder der Produktionsprozess ausgelagert werden.“
Alles ist durch Katrin selbst entworfen und in ihrer kleinen Werkstatt selbst genäht. „Die Wachstumsmöglichkeiten sind begrenzt,“ sagt sie. Das zeigt wie groß ihre Leidenschaft und ihre Überzeugung sein müssen. Menschen wie Katrin, die ihren Idealen treu bleiben und in eine bessere Zukunft investieren haben meinen höchsten Respekt.

Hier kommt ihr zu Katrins Seite https://www.ks-tragbar.de/

Kennst du auch Menschen mit Visionen und nachhaltigen Ideen? Schreibe mir gern. Ich freue mich, sie kennen zu lernen.

Herzliche Grüße

Ewa