Ich schreibe Texte ohne KI
Ganz einfach, weil mir Kreativität wichtig ist. Weil ich diesen Prozess liebe, bei dem plötzlich aus Gedanken Worte und Geschichten entstehen. Für mich hat es beinahe etwas Magisches.
Sobald ich mich an den Rechner setze, vor mir das weiße „Blatt“, geht es direkt los. Als ob die Worte nur darauf gewartet hätten, endlich frei gelassen zu werden. Ähnlich ist es auch, wenn ich fotografisch Geschichten abbilde. Die Emotionen des Moments sind entscheidend für das Foto, das entstehen möchte.

Vielleicht ist es vergleichbar mit einem Komponisten, bei dem die Noten sich auf dem Papier zu einer Melodie formen, wie bei einem Maler, bei dem die Farben auf dem Bild zu leben beginnen. Ich habe mal von verschiedenen Schriftstellern gelesen, dass ihre Romanfiguren an einer Stelle des Buches plötzlich anfangen, ein Eigenleben zu entwickeln und die Geschichte eine neue Wendung bekommt.
So etwas kann KI nicht ersetzen
So etwas kann KI nicht ersetzen.
Stattdessen besteht die Gefahr, dass die KI dazu führen kann, dass Kreativität in den Strudel der Beliebigkeit abdriftet. Um so besser ist es, dass es Menschen gibt, die das Echte schätzen. Denen Emotionen wichtig sind und die die kreative Schaffensphase und das Eintauchen in den Zustand des Flows lieben.
Ich habe keine Angst vor KI. Sie kann an einigen Stellen sogar nützlich sein und sie kann sicher auch das Leben erleichtern. Wichtig ist zu schauen, wofür man die Erleichterung nutzen möchte. Ich möchte zum Beispiel weiterhin sehr gern selbst kreativ sein. Mich von Texten und Bildern berühren lassen. Ich möchte wissen, welcher Mensch das Buch geschrieben hat, das ich gerade lese und damit in Verbindung gehen.
Es gibt Menschen, die Drehbücher sogar mit der Hand schreiben.
Kreativität neu gedacht
Kürzlich hörte ich im Radio von „Dogma“. Das ist die Idee einer kreativen Gegenbewegung zum Mainstream-Kino. Fünf Filmschaffende aus Deutschland haben sich an einer Idee aus Dänemark orientiert, die vor 31 Jahren dort entstand und diese zum Vorbild für ihr Projekt gewählt. Dabei haben sie sich auf 10 Produktionsregeln geeinigt, zu denen unter anderem gehört, dass das Drehbuch per Hand geschrieben ist, dass an Originalschauplätzen ohne künstliches Licht gedreht wird, ohne Maske (worüber man aus meiner Sicht noch mal nachdenken könnte, weil es bei der Maske nicht nur um das Schminken geht 😊) und das Casting der Schauspieler*innen muss live erfolgen, also nicht per Internet sondern mit echten Treffen.
Ziel ist es unter anderem, die künstlerische Freiheit zu bewahren, es geht um authentisches Filmemachen und auch um künstliche Verlangsamung. Diesen Gedanken mag ich zum Beispiel sehr, weil ich mir vorstellen kann, dass durch das Schreiben per Hand eine noch innigere Verbindung mit dem Geschriebenen und dem Inhalt dessen entsteht.
Vielleicht ist es gut, dass es beide Seiten gibt. Das Echte und die künstliche Intelligenz. Denn durch sie können Bilder entstehen, die in der Phantasie eines Menschen geboren sind und durch KI „Wirklichkeit“ werden. Die Dosis macht das Gift. Oder netter gesagt, die Kunst ist es, das richtige Maß zu finden. Und das entscheidet jeder allein für sich.
